Flechtengesellschaft an Borke (Foto: Wöllecke 2015)

Flechten stellen eine besondere Lebensgemeinschaft von Pilzen und Algen und/oder Cyanobakterien dar. In dieser Symbiose sind sie besonders an nährstoffarme und trockene Standorte angepasst. Im Wald besiedeln Flechten die Borke der Bäume, Baumstubben und auch vegetationsfreie Bodenareale.

Flechten sind insbesondere an ausgesprochen nährstoffarme (oligotrophe) Standorte angepasst und wachsen daher sehr langsam. An normalen oder nährstoffreichen Standorten sind sie nicht konkurrenzfähig gegenüber den Pflanzen. Die ausgesprochen hohe Nährstoffverfügbarkeit im Schwerter Wald wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten nicht reduzieren, sodass empfindliche Flechtenarten nicht zu erwarten sind.

Gegenüber Luftschadstoffen empfindliche Arten waren zwischenzeitlich in der Region nahezu vollständig verschwunden (Kricke, 2002). Seit einigen Jahre ist jedoch wieder eine neue Besiedlung auch im Schwerter Wald festzustellen. Die weitere Entwicklung der Flechtenflora wird auch von der weiteren Klimaentwicklung abhängen. Viele Flechtenarten können zwar längere Trockenperioden problemlos überdauern, zum Wachstum und zur Vermehrung benötigen sie jedoch eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit.

Quellen:

Kricke, R. (2002): Untersuchungen zur epiphytischen Flechtenvegetation in urbanen Gebieten, dargestellt an der Rückkehr der Flechten in das Ruhrgebiet und ausgewählter Nachbargebiete. Dissertation, Universität Essen. 221 S.